Johann-Sebastian-Bach-Saal

»Perfekt!« Mit dieser Einschätzung kommentierte niemand Geringerer als Sir John Eliot Gardiner die Akkustik im neu geschaffenen Johann-Sebastian-Bach-Saal.
Einstmals 1822 als Reithalle erbaut, brannte das Gebäude mit den charakteristischen Voluten 1941 in Folge eines Kursschlusses bis auf die Außenmauern nieder. Aus der Ruine entstand 2008 ein moderner Konzertsaal, der das Herzstück des Veranstaltungszentrums im Schloss Köthen ist. Hier folgt bei der außergewöhnlichen Architektur tatsächlich die Form der Funktion. Die hohe Decke, das großzügig verwendete Holz der Libanon-Zeder, spezielles Konzertgestühl - all dies sorgt für die eingangs erwähnte, wirklich großartige Akustik. Und so ist es keine Übertreibung zu sagen, dass hier ein Saal entstanden ist, der wie kaum ein zweiter in Europa dazu geeignet ist, klassische Musik zum Klingen zu bringen.

Spiegelsaal

Die Aura ist förmlich spürbar und selbst viele Stars der klassischen Musik, die eigentlich eher die Metropolen der Welt gewöhnt sind, empfinden es als Privileg, hier konzertieren zu dürfen. Hier im damals »Alten Saal« genannten Raum über dem Corps de logis führte Johann Sebastian Bach unter anderen die »Brandenburgische Konzerte« auf.
Prächtiger als in der Zeit um 1717 präsentiert sich der heutige Spiegelsaal seit dem Umbau durch Bandhauer 1822. Die entstandene perfekte Kombination aus Raumwunder, Pracht und Illusion diente als Thronsaal und war ein Geburtstagsgeschenk des Herzogs Friedrich-Ferdinand an seine Gemahlin Julie. Das geschickt eingebaute Korbbogengewölbe und gerade die Spiegel sorgen dafür, dass der Raum größer wirkt, als er eigentlich ist. Konzerte hat es zu allen Zeiten im Saal gegeben, wobei er sich in der nächsten Zeit etwas rarer machen wird, denn seit 2011 wird der Spiegelsaal einer gründlichen Sanierung unterzogen.

Schlosskapelle

Bach ließ seinen am 15. November 1718 geborenen Sohn Leopold Augustus in der Kapelle taufen.
Dass die Schlosskapelle mit ihrem schönen und vollen Klang sich heute wieder als barocke Emporenkirche präsentieren kann, grenzt schon an ein Wunder. Ist doch die originale Ausstattung verloren gegangen, als 1878 im Schlosshof ein gottlob lange abgerissenes Gefängnis errichtet wurde und die Kapelle mit Bauschutt aufgefüllt und zum Turn- und Singesaal des im Schloss befindlichen Gymnasiums gemacht wurde.
Nach der Wiederherstellung des ursprünglichen Bodenniveaus fügte es sich, dass eine Orgelempore von Hoppenhaupt, dem gleichen Baumeister, welcher die originale Ausstattung vornahm, erworben und eingebaut werden konnte. Komplettiert wurde das Ensemble durch die Zuberbierorgel aus dem Jahre 1754, auch hier stammt das Stück aus der gleichen Werk statt wie das Original.

Kirche St. Kakob

Gleich aus welcher Richtung man sich Köthen nähert: unübersehbar sind die Doppeltürme der Stadt- und Kathedralkirche St. Jakob. Sie sind das Wahrzeichen der Stadt. Die spätgotische Hallenkirche, deren Grundstein im Jahr 1400 gelegt wurde, hat eine neugotische Innengestaltung aus den Jahren 1866–1869.
Im Südeingang findet sich mit der Statue des Namenspatrons der Kirche aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts das älteste Kunstwerk Köthens.
Berühmt ist die nahezu im Originalzustand erhaltene Ladegast-Orgel von 1872.
Die Fürstengruft beherbergt die fast vollständige Grablege des Fürstenhauses Anhalt-Köthen.
In der Kirche fand am 24. März 1729 die Trauerfeier für Fürst Leopold von Anhalt-Köthen statt. Die Trauermusik wurde vom ehemaligen Hofkapellmeister Johann Sebastian Bach komponiert und geleitet. Unter den Mitwirkenden war Bachs zweite Frau Anna Magdalena, geb. Wilcke, dem Köthener Hof als fürstliche Sängerin verbunden, und sein Sohn, Wilhelm Friedemann als Continuo-Spieler.

Kirche St. Agnus

Der Grundstein für die lutherische Kirche St. Agnus wurde am 9. Oktober 1694, dem Geburtstag der Fürstin Gisela Agnes durch den regierenden Fürsten Emanuel Leberecht gelegt.
Am 7. Mai 1699 wurde die Kirche durch Pfarrer Sechting eingeweiht, sie ist reichhaltig mit Kunstwerken ausgestattet. Der hölzerne Flügelaltar stammt aus vorreformatorischer Zeit.
Seit 1859 befindet sich in der Kirche ein Abendmahlsbild von Lucas Cranach dem Jüngeren.
Das überlebensgroße Stifterbild der Fürstin Gisela Agnes wurde vom preußischen Hofmaler Antoine Pesne im Jahre 1713 gemalt.
Die alte barocke Orgel aus dem Jahre 1708, mit der Johann Sebastian Bach diese Kirche kennenlernte, wurde 1881 durch eine romantische Orgel ersetzt, die von der Orgelbauanstalt W. Rühlmann aus Zörbig gebaut wurde.
Als Lutheraner hatte Bach für sich und seine Frau in der St. Agnus-Kirche einen Kirchenstuhl gemietet. Hier besuchte er den Gottesdienst und empfing das Heilige Abendmahl.