Kloster Michaelstein

Kloster Michaelstein

Kloster Michaelstein ist ein ehemaliges Zisterzienserkloster nahe der Stadt Blankenburg im Harz und heute Sitz der Stiftung Kloster Michaelstein - Musikakademie Sachsen-Anhalt für Bildung und Aufführungspraxis. 1139 erfolgte die Gründung des Klosters, das nur wenige Jahre später nach Michaelstein verlegt wurde. Sein wachsender Besitz führte zu einer wirtschaftlichen Blütezeit. 1525 wurde die Anlage durch aufständische Bauern geplündert und verwüstet; 1543 legte der letzte katholische Abt seine Würde nieder. In den folgenden Jahrhunderten wechselten die Herren von Blankenburg mehrfach, und die Gebäude fungierten als Klosterschule und Predigerseminar. 1880 wurde eine Zuchtanstalt für Forellen, Saiblinge und Schmerle eingerichtet (auch heute ist das Restaurant „Zum Klosterfischer“ ein beliebtes Ausflugsziel). Die in der Nähe befindliche Mönchemühle am Goldbach wurde vom Kloster als Ölmühle genutzt. Ein besonderes Kleinod stellen die Klostergärten dar, in den Kräuter und Nutzpflanzen nach Klostertradition gepflegt und geerntet werden.
1968 fand das erste Konzert des Telemann-Kammer-Orchesters unter der Leitung von Dr. Eitelfriedrich Thom im Refektorium statt. 1977 erfolgte die Gründung einer Kultur- und Forschungsstätte, des späteren Instituts für Aufführungspraxis der Musik des 18. Jahrhunderts. 1988 folgten die Einrichtung eines Museum mit einer Sammlung historischer Musikinstrumente und die Gründung des auf historischen Instrumenten spielenden Barockensembles des Telemann-Kammer-Orchesters. Ungebrochen bis heute ist die wissenschaftliche und künstlerische Beschäftigung mit historisch informierter Aufführungspraxis ein Schwerpunkt in der Arbeit der Musikakademie Sachsen-Anhalt.

KlangZeitRaum

Musikausstellung KlangZeitRaum

Dem Geheimnis der Musik auf der Spur

1988: Weit über 500 Instrumente aus dem Nachlass des Potsdamer Restaurators Peter Liersch, die dem Kloster vermacht wurden, gaben den entscheidenden Impuls für eine ständige Ausstellung von historischen Musikinstrumenten im Westflügel der Klausur. Thematische Führungen und konzertante Veranstaltungen wie das „Klingende Museum“ ergänzten das Michaelsteiner Programm ebenso wie zahlreiche Musikinstrumentenbausymposien.
Heute, pünktlich zu ihrem 25-jährigen Jubiläum, präsentiert sich die Ausstellung in einer gänzlich neuen, modernen Form. Mit Hörstationen, die zum aufmerksamen Lauschen einladen, mit Instrumenten, die – anders als in vielen Museen – von jedem Besucher gespielt werden dürfen, mit informativen Tafeln, farbenprächtigen Darstellungen. Ein liebenswerter (und natürlich musikalischer) Kater namens „Michel“ nimmt besonders die kleinen Museumsbesucher an die Hand, „dem Geheimnis der Musik auf der Spur“ zu sein.
Alte und neue Musikinstrumente, eine Zeitmaschine und eine Ton-Lichtinstallation, die fast schon den Namen „Barockdisco“ verdient, Experimentierstationen und ein musikalischer Salon: Die neue Dauerausstellung im Kloster Michaelstein ist eröffnet! Entdecken Sie selbst, wie die Ideen von Komponisten, in Noten festgehalten, auf den Instrumenten ihrer Zeit zum Klingen gebracht werden.