Heinrich-Schütz-Haus Weißenfels

Das Heinrich-Schütz-Haus ist heute das einzige original erhaltene Wohnhaus des Komponisten. Schütz erwarb das Haus 1651 und lebte hier dauerhaft von 1657 bis 1672. Das um 1552 erbaute Renaissancehaus wurde, nachdem es 1985 anlässlich des 400. Geburtstages des Komponisten als Musiker-Museum eröffnet worden war, in den Jahren 2010 bis 2012 aufwendig saniert. Die neu eröffnete Dauerausstellung „... mein Lied in meinem Hause“ stellt das Leben und Wirken des Komponisten am authentischen Ort seines Schaffens vor.

Zahlreiche Klangbeispiele und Filme vermitteln einen prägnanten Eindruck von der Kompositionsweise Heinrich Schütz’. Auf vier „Schütz-Sofas“ können Erwachsene und Kinder dem betagten Komponisten höchst selbst begegnen und seine Musik hören. Und wer mag, kann selbst einen Chorsatz von Schütz probieren – ein klingendes Notenpult lädt zum Mitsingen ein. Im Dachgeschoss befindet sich das Herzstück des Hauses – die wiederhergestellte Komponierstube. Der Komponist schuf hier seine bedeutenden Spätwerke, die Passionen, die Weihnachtshistorie und sein letztes Werk, den Schwanengesang.

St. Marienkirche Weißenfels

Die Stadtkirche St. Marien entstand über eine Bauzeit von mehreren Jahrhunderten und ist in ihren Ursprüngen das älteste erhaltene Gebäude der Stadt. Die gotische Saalkirche wurde 1303 durch den Bischof von Naumburg geweiht und im 15. und 16. Jahrhundert umfassend erneuert und vergrößert. Aus dieser Zeit hat sich der Chor mit den Maßwerkfenstern und den verzierten Pfeilern erhalten. Der Turm brannte 1718 ab, in nur fünf Monaten erhielt er einen neuen Barock-Aufsatz. Im Jahr 2000 wurde die Stadtkirche St. Marien zur Kirche des Jahres Sachsen-Anhalts erklärt.

Die Familie Schütz besuchte die Gottesdienste der Stadtkirche als Gemeindemitglieder regelmäßig. In den Kirchenakten sind die Begräbnisdaten der Familie aufgelistet. Es wird zudem vermutet, dass Heinrich Schütz von 1590 bis 1595 vom ansässigen Kantor Georg Weber (1540–1599) hier seine ersten musikalischen Unterweisungen bekam.

Von 1862 bis 1864 baute Friedrich Ladegast für die Stadtkirche eine dreimanualige Orgel mit 41 Registern und 2772 Pfeifen, die heute sein ältestes erhaltenes dreimanualiges Werk ist. Während des Ersten Weltkrieges wurden die überwiegend aus Zinn gefertigten Prinzipalpfeifen des Prospekts durch Zinkpfeifen ersetzt. Im Zuge der Orgelbewegung in den 1920er Jahren wurde die Disposition „barockisiert“: mehrere Register der 8‘-Lage wurden durch 4‘- und 2‘-Register sowie durch Mixturen ersetzt. Durch diese Änderung gewann der Gesamtklang an Glanz und Durchsichtigkeit. In ihrer jetzigen Disposition ist die Orgel zur Interpretation von Orgelmusik aller Stilepochen geeignet.

Schlosskirche St. Trinitatis

Schloss Neu-Augustusburg in Weißenfels war von 1680 bis 1746 Residenz der sächsischen Herzöge von Sachsen-Weißenfels. Die künstlerischen und kunstsinnigen Herzöge verstanden es, wichtige Komponisten an ihren Hof zu binden, darunter solch namhafte wie Johann Sebastian Bach, Johann Philipp Krieger, der von 1680 bis 1725 als Hofkapellmeister hier wirkte, oder Johann Beer, Komponist und Kapellmeister der Weißenfelser Hofkapelle. Auch der junge Georg Friedrich Händel, dessen musikalische Begabung hier angeblich entdeckt wurde, weilte nachweislich mehrfach in Weißenfels.

Die 1682 geweihte Schlosskirche St. Trinitatis auf Schloss Neu-Augustusburg gilt als Musterbeispiel einer protestantischen Schlosskapelle und hat sich bis heute in ihrer originalen Ausstattung nahezu vollständig erhalten. Insbesondere das bildnerische Programm, die Ausmalung übernahm Johann Oswald Harms, spiegelt eindrucksvoll das lutherische Glaubensverständnis der Entstehungszeit wider und macht die Kapelle zu einem der bedeutendsten protestantischen Kirchenbauten des späten 17. Jahrhunderts.

Die Orgel der Schlosskirche wurde 1667 bis 1673 durch den Orgelbauer Christian Förner erbaut. Sie umfasste 22 Register auf zwei Manualen und Pedal und gilt trotz des 1985 als Teilrekonstruktion bezeichneten weitgehenden Neubaus durch die Orgelbaufirma A. Voigt als bedeutendes Zeugniss mitteldeutschen Orgelbaus.